Was der Rede von der Einzigkeit Gottes vorgeht, ist die Rede von Existenz des Schöpfers, weil die Menschen sich in dieser Frage in zwei Gruppen spalten:

  1. Eine Gruppe, die nicht an die Existenz des Schöpfers des Universums glauben und daran festhalten, dass sich die Natur selbst geschaffen hat, und zwar durch mehrere verschiedenen Phasen, von denen jede Stufe der Wachstumsstadien erzeugt wird.

Sie werden als Atheisten bezeichnet. Atheismus (von altgriechisch átheos, deutsch ‚ohne Gott‘) bezeichnet die Abwesenheit oder Ablehnung des Glaubens an Gott bzw. an mehreren Göttern. Sie behaupten, dass es Theorien gibt, die beweisen, dass es keinen Gott gibt! Oder sie sagen, dass die wissenschaftlichen Beweise nicht die Existenz Gottes belegen können. Dies wird auch Agnostizismus genannt. (Agnostizismus = ohne Wissen‘, ‚ohne Erkenntnis‘, dass es einen Gott gibt)

Einige davon erkennendie Existenz des Schöpfers in der Antike an, aber sie behaupten, dass er jetzt nicht mehr existiert, oder er hat nichts mit seiner Schöpfung zu tun.

Die Theorie des Atheismus wurde im Koran erwähnt, als Gott die Sage der Ahl al-Ǧahiliyyaim Koran tradierte:

“Es gibt nur unser diesseitiges Leben; wir sterben und leben, und nur die Zeiten vernichten uns.” (45:24)

Der Koran lehnt diese Theorie total ab, da es für sie keine logischen oder natürlichen Argumente gibt. Diese Vorstellung debattiert der Koran nicht allzu sehr, sondern signalisiert nur dagegen:

 „sie stellen nur Schätzungen an“(43:20).

Weil sie keine Argumente hatten, sind sie ihren Neigungen gefolgt.

 „Was meinst du wohl von einem, der sich seine Neigung zu seinem Gott nimmt?“(25:43).
Da alles, was unlogisch ist, nur Neigung ist.

 

  1. Die andere Gruppe ist die Gruppe, worüber uns in der Geschichte erzählt wird, die die Gotteshäuser und die Rolle des Gottesdienstes anerkannt haben. Das kam aus dem Glauben, und zwar das ein Schöpfer des Universums existiert und, dass es unmöglich ist, das Universum und sein perfektes System aus dem Nichts, ohne einen Verursacher oder aus sich selbst zu erschaffen.

Alles Erschaffene symbolisiert den Erschaffer:

‘Ālem عالم(Welt)   —>   ‘Alem علم(Symbol)

Allah sagte: „Oder sind sie etwa aus dem Nichts erschaffen worden, oder sind sie (gar) selbst die Schöpfer? Oder haben sie (etwa) die Himmel und die Erde erschaffen? Nein! Vielmehr sind sie nicht überzeugt.“(Koran 52:35,36)

Der seltsame Himmel und die immer noch unentdeckte Erde symbolisieren den Erschaffer sehr deutlich, wenn man tiefer darüber nachdenkt.

Diese Argumentation wird sehr oft im Koran erwähnt:

„In der Schöpfung der Himmel und der Erde; im Unterschied von Nacht und Tag; in den Schiffen, die das Meer befahren mit dem, was den Menschen nützt; darin, dass Allah Wasser vom Himmel herabkommen lässt, und damit dann die Erde nach ihrem Tod wieder lebendig macht und auf ihr allerlei Tiere sich ausbreiten lässt; und im Wechsel der Winde und der Wolken, die zwischen Himmel und Erde dienstbar gemacht sind, sind wahrlich Zeichen für Leute, die begreifen.“ (2:164)

Der Tauḥīd stammt aus dem Glauben, dass es keinen Schöpfer außer Gott gibt, der immer existiert. Seine Existenz ist nicht aus dem Nichts hervor

gekommen und wird nicht ins Nichts gehen.

Vor der modernen materiellen Zivilisation im Allgemeinen und vor Darwins Evolutionstheorie war Atheismus nur eine seltene Anomalie in der Geschichte. Die meisten der Menschen waren religiös geprägt.

Es gab unter den Propheten keinen, der von seinem Volk verlangte, dass sie an einen Schöpfer glauben, weil dieser Glaube immer deutlich im Menschen anwesend war. Aus dem Grunde, dass die Fiṭra(der Instinkt, die natürliche Anlage Gottes) schon im Herzen bezeugt, dass der Schöpfer existiert. Die Propheten nutzten diese innere Überzeugung als Erinnerung, für die Leute nur diesem einen Schöpfer zu dienen. Allah befahl Musa und Harun: „Und so redet mit ihm in sanften Worten, auf dass er bedenken oder sich fürchten möge.”(Koran 20:44)

In diesem Sinne glaubt die Mehrheit der Menschen auch heute an eine absolute Macht.

Bis hiergibt es keine Unterschiede zwischen anderen Religionen und dem Islam (d.h. in der Existenz Gottes). Die Unterschiede liegen im Tauḥīd, einem bestimmten islamischen Konzept.

Das Konzept der Weltreligionen über die Einzigkeit Gottes (Tauḥīd)

Alle Religionen – außer Buddhismus, wenn es als Religion betrachtet wird – glauben an einen Schöpfer, der das Universum erschaffen hat.

Die vom Menschen etablierten Religionen:

  1. Hinduismus oder Brahman.Sie glauben, dass das Leben ein Trugbild ist und, dass die einzige absolute Wahrheit nur “Brahma” ist, der ewige Gott. Sie meinen, dass die wahre Erlösung in der Vereinigung mit Brahma liegt. Dies ist Teil des Bestrafungsgrundsatzes, denn sie wegen ihres Glaubens an die Reinkarnation haben, weil sie nicht an das Jenseits glauben. Es gibt kein Paradies oder Höllenfeuer, sondern eine Erlösung durch Geburt, Tod dann Wiedergeburt danach Tod usw. Diese Kette des Lebens ist Leiden und Elend und die einzige Erlösung ist nur die Vereinigung mit Brahma. Nur so kann man sich von Leid, Elend und der unendlichen Kette von Leben und Tod befreien. Der Hinduismus führt das Konzept des Monotheismus auf die Dreieinigkeit (Brahma, Vishnu und Shiva), sowie auf den Glauben an viele andere Götter zurück. Dies widerspricht total dem islamischen Tauḥīd.
  2. Buddhismus, die zweit größte Religion in Indien spricht nicht so viel über Gott. Es wurde überliefert, dass jemand Buddha über Gott fragte, worauf er ihn darauf hinwies, dass er sich zuerst mit der Verbesserung im Diesseits beschäftigen sollte und später mit dem Unsichtbaren.
  3. Der Sikhismus, der aus dem Hinduismus und dem Islam in Indien entstanden ist, glaubt an die Existenz eines einzigen Gottes, der die ewige Wahrheit ist und der heißt: Satna’m. Satna’m, der wahre Name oder die tatsächliche Existenz. Aber die Anhänger dieser Religion bevorzugen es diesen Namen nicht zu übersetzen oder zu ersetzen, wegen eventueller Missverständnisse. Der Sikhismus glaubt weder an das Jenseits noch an das Paradies oder an die Hölle. Darin liegt die Ähnlichkeit zum Hinduismus, dadurch dass sie an den Bestrafungsgrundsatz, an das „Karma“, die Reinkarnation, die Kette des Lebens und an die Verbindung der Seele mit Gott, glauben. Dies widerspricht auch total dem islamischen Tauḥīd.

Die himmlischen Religionen und der Tauḥīd:

  1. Der Zoroastrismus. Im Zentrum des auf Zarathustra zurückgeführten Glaubens, der auf ältere iranische Kulte zurückgeht, steht der Schöpfergott Ahura Mazda (daher manchmal auch „Mazdaismus“ genannt). Er wird begleitet von dem unsterblichen Heiligen Amescha Spenta. Auch wenn der Zoroastrismus grundsätzlich als eine monotheistische Religion bezeichnet wird, kennen die Zoroastrier mehrere Gottheiten (z. B. Anahita oder Mithra) an. Dies widerspricht auch dem islamischen Tauḥīd.
  2. Im Judentumglaubt man an einen Gott, der das Universum erschaffen hat und der Anbetungswürdig ist. Das erste der Vier Gebote bzw. Zehn Gebote betont die Wichtigkeit des Tauḥīd: das erste handelt über die alleinige Existenz Gottes, das zweite über das Nichtnehmen eines anderen Anbetungswürdigen neben Gott, das dritte, dass kein Bild oder keine „Theaterdarstellung von Gott“ gemacht werden darf, und das vierte, dass keine Manipulation und kein Vergleich mit dem Namen Gottes gemacht werden darf.

Die Juden glauben an eine Vereinbarung zwischen Gott und Abram (Abraham), worin Abram aufgefordert wird sein Land zu verlassen und in ein neues zu gehen, dass Gott ihm zeigen würde. Dieses Volk sollte die Nation von Israel werden, die erste Gruppe, des von Gott auserwählten Volkes.

Folglichglauben sie, dass nur sie die Geretteten sind, nur aufgrund dieses Bundes, das zwischen Gott und ihrem Stammvater Abraham geschlossen wurde, und auf ethnische und ursprüngliche Prinzipien gegründet wurde, nicht aufgrund ihrer Handlung und Gehorsamkeit.

Dieses Konzept widerspricht dem islamischen Konzept des Tauḥīd, weil es im Widerspruch zur Gerechtigkeit Gottes steht.

  1. Die Christenglauben auch an den Monotheismus auf der Grundlage der Zehn Gebote, da die Thora Teil der Bibel ist und die Zehn Gebote in der Thora stehen.

Anders als die Juden, glauben die Christen, dass die Geretteten nicht eine bestimmte Rasse bzw. Gruppe der Menschen sei, sondern alle diejenigen, die Jesus Christus als Erlöser und Retter annehmen, sind Teil des Volkes Gottes. Um dies zu bestätigen, sandte Gott seinen Sohn, um dies zu erklären.

Es ist mehr als offensichtlich, dass der Charakter der Trinität (Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist sind Eins) grundsätzlich dem islamischen Tauḥīd widerspricht.

Im Koran steht:

„O ihr Leute des Buches, übertreibt nicht in eurer Religion und sagt über Gott nur die Wahrheit. Christus Jesus, der Sohn Marias, ist doch nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das Er zu Maria hinüberbrachte, und ein Geist von Ihm. So glaubt an Gott und seine Gesandten. Und sagt nicht: Drei. Hört auf, das ist besser für euch. Gott ist doch ein einziger Gott. Preis sei Ihm, und erhaben ist Er darüber, dass Er ein Kind habe. Er hat, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Und Gott genügt als Sachwalter.“ (4:171)

Der islamische Monotheismus (Tauḥīd)

Der lehrt und empfiehlt den Menschen zu glauben:

 „Euer Gott ist ein Einziger Gott. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen.“(2:163) und:

 „Sprich: “Er ist Allah, ein Einziger Allah, der Absolute (ewig Unabhängige, von Dem alles abhängt). Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden und Ihm ebenbürtig ist keiner.”(112:1-4).

Der Tauḥīd im Islam bedeutet:

– der Glaube, dass Gott existiert; dass nur Er über die Welten herrscht; dass Er einzigartig ist; dass nur Er Schöpfer ist und alles außer Ihm Geschöpfe von Ihm sind; dass Er Seine bestimmten Namen und Eigenschaften hat, worin Ihm niemand ähnlich ist.

– Im Gegensatz zum Tauḥīd steht der Širk (Polytheismus): Es ist alles, was dem Tauḥīd entgegensteht. Es ist Širkzu glauben, dass es mehr als einen Schöpfer im Universum gibt, dass außer Ihm noch jemand oder etwas anbetungswürdig ist, dass Ihm jemand oder etwas ebenbürtig ist, dass Er Namen und Eigenschaften hat, die Beschränkungen oder Ähnlichkeit mit den Geschöpfen besitzen.

 „Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und Allsehende.“(42:11)

Der Tauḥīd im Islam bedeutet auch:

– die Demut und die Dienerschaft des Herzens zu Allah; mit Liebe, Furcht und Hoffnung.

– Das Gesagte mit der Zunge d.h. die Shahadazu bezeugen und den Širkso zu verleugnen, dass deutlich gezeigt wird, dass er/sie Sein Diener (`Abd) im ganzen Leben ist.

– Tat des Körpers d.h. wir erfüllen alles, nach unseren Möglichkeiten, was Gott von uns verlangt hat, ohne zu unterschieden ob es eine Tat oder eine Unterlassung ist. Mit der Überzeugung, dass darin das Glück für unsere Seele und unseren Körper liegt; nicht nur für das Individuum, sondern auch für die Gesellschaft.