Erst nach meinem 40. Lebensjahr hatte ich die Möglichkeit, mich dem Bildungsprozess anzuschließen, wo ich mit vollem Bewusstsein versuche, durch den von IGGÖ definierten Lehrplan zur Bildung zukünftiger Generationen beizutragen, wie man zu unabhängigen Menschen wird, die es wissen werden, wie ihren Beitrag zu einer respektierten Gesellschaft mit unterschiedlichen Religionen geben, und wie sie als aktive Mitglieder der Gesellschaft die Bedeutung von demokratischer Mitbestimmung und Mitgestaltung kennen.

(Der Bericht vom Herrn Mauer)

Omer Berisha, MA

Alle Ergebnisse gegen mich, die aus dem Bericht vom Herrn Manfred Maurer zu lesen sind, lehne ich gänzlich ab. Ich verbreite nie extreme, antisemitische oder antidemokratische Inhalte. Es kann vorkommen, dass einige meiner Übersetzungen in Vergangenheit, insbesondere wenn sie aus dem Kontext gerissen werden, so etwas enthalten, jedoch als Übersetzer bedeutet das nicht, dass ich immer dem Autor zustimme.

Der Text über den ideologischen Konflikt innerhalb der Muslime, auf den sich Herr Maurer bezieht, ist meine Übersetzung aus dem Arabischen, wo der Autor des Textes eine Chronologie verschiedener Entwicklungen geliefert hat, die seiner Meinung nach verschiedene ideologische Gruppen und Konflikte innerhalb der Muslime verursacht haben. Dieser Text ist theologisch-historisch und nicht propagandistisch. Als Omer bin ich meinen Schülern, meiner Familie, meinen Freunden sowie meinen virtuellen FreundInnen in sozialen Netzwerken bekannt, dass ich gegen niemanden Rassenfeindlichkeit verbreite, und auch nicht gegen die Juden. Wenn ich nach meiner Meinung zu etwas gefragt werden würde und ich es wüsste, würde ich immer antworten, indem ich über die Tat rede und nicht über den Täter.

Ich habe gezögert die Fragen vom Herrn Maurer zu beantworten, weil ich überrascht war, was die Islam-Landkarte gegen mich geschrieben hat, und ich nicht wollte, dass mein Name noch mehr in der Öffentlichkeit befleckt wird. Wenn ich gewusst hätte, dass er mich auch zu den Inhalten meiner Website (wo ich selten aktiv bin) nach meiner Meinung fragt, würde ich sofort und ohne zu zögern zustimmen, diese zu klären. Ich habe diese Website eher als Archiv meiner bisherigen Arbeiten und Übersetzungen und nicht als Propaganda für die Öffentlichkeit gestaltet. Die überwiegende Mehrheit der Texte auf meiner Website ist auf Albanisch. Wenn Herr Maurer aber mein aktuelles Profil haben wollte, müsste er sich mit den neusten von mir veröffentlichten Texten auseinandersetzen, die würden ihm genauer sagen, wer ich sein könnte. Nach den aktuellen Umständen denke ich darüber nach, die Webseite ganz zu schließen, befürchte aber, dass ich noch mehr missverstanden werde.

Das Schreiben, das ich über den St. Valentin als Feiertag geschrieben habe, sollte klarstellen, dass dieser Feiertag nichts mit dem Islam und den Muslimen zu tun hat, nicht einmal historisch gesehen, mit den Christen. Wenn ich diesen Artikel heute lese, stelle ich fest, dass ich eine unvorsichtige Sprache verwendet habe, insbesondere in dem Absatz, den Herr Maurer erwähnt: (Der Zweck dieses Feiertags ist es heutzutage, Liebe unter allen Menschen, Gläubigen und Ungläubigen, zu verbreiten.) Den Absatz, mit dem Herr Maurer auch den Titel seines Berichts gemacht hat: (wir haben die Pflicht, sie um Allahs willen zu hassen, weil sie Kufr begangen haben) finde ich es auch fehlerhaft und unfair, denn wenn ich eine Tat nicht mag, kann ich diese Tat hassen, aber nicht den Täter, den ich beraten dürfte, aber nicht zwingen, etwas zu tun oder zu unterlassen. Ich werde diese Absätze trotzdem korrigieren und entschuldige mich dafür, denn mit dem Bewusstsein, das ich heute habe, wehre ich mich theoretisch und praktisch dagegen. Wenn ich praktisch sage, beziehe ich mich darauf, dass ich als Imam in Österreich jahrelang mehrere Eheschließungen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen durchgeführt und ihnen natürlich geraten habe, sich zu lieben. Hass-Ehe dürfte es nicht geben. Im nächsten Absatz, wo ich über außereheliche (sexuelle) Beziehungen spreche, sollte vielleicht meine Sprache verbessert werden, aber nicht der Inhalt, denn außereheliche Beziehungen bleiben eine der großen Sünden im Islam, jedoch ist klar, dass auch bei diesem Thema, jeder frei entscheiden kann ein/e praktizierende/r Muslim zu werden oder nicht.

Ich sage, dass die von mir veröffentlichte Stellungnahme zu den Wahlen völlig missverstanden wird. Diese Position wurde in ein paar Zeilen geschrieben, als Antwort auf Muslime, die Imame oft über den Wahlen fragen. Für mich hat dieses Verhalten noch keine Logik. Ich bin ein Gegner des politischen Islam und habe nie gewollt, dass der Islam für politische und parteiliche Zwecke instrumentalisiert wird. Ich sagte, wenn ein Land mit islamischen Gesetzen arbeitet, dann ist es Muslimen erlaubt, als Gruppe daran teilzunehmen und darüber theologisch zu begründen, um für das abzustimmen, was sie für das Beste halten; wohingegen in Ländern, die mit anderen Gesetzen arbeiten, welche Bedeutung „islamische“ Stimmen haben könnten? Meiner Meinung nach gibt es keine islamischen Stimmen, es bleibt das Recht jedes Bürgers und die Religion wagt es nicht, dieses Thema zu beeinflussen.

Das Schreiben, das ich über muslimische Frauen geschrieben habe, war auch eine Übersetzung einiger Empfehlungen, die nur muslimische Frauen betreffen. Die dort gegebenen Empfehlungen sind überall, auch hier in Österreich, Teil der islamischen Lehre, aber natürlich stimme ich dem Autor nicht zu, wenn er von „verwöhnten Westlern“ spricht. Diese Verallgemeinerung ist unrecht meines Erachtens nach.

Ja, ich habe in Medina studiert, wo allgemein bekannt ist, dass dort die konservative islamische Lehre einen besonderen Schwerpunkt hat, aber Gott sei Dank lebe ich immer noch, und lerne und studiere immer noch, und natürlich verändere ich mich. Seit dem Ende meines Studiums bis heute denke ich, dass ich mich in meiner Weltanschauung zu vielen Dingen, in meinem Religionsverständnis und in meinem öffentlichen Diskurs positiv entwickelt habe. Erst nach meinem 40. Lebensjahr hatte ich die Möglichkeit, mich dem Bildungsprozess anzuschließen, wo ich mit vollem Bewusstsein versuche, durch den von IGGÖ definierten Lehrplan zur Bildung zukünftiger Generationen beizutragen, wie man zu unabhängigen Menschen wird, die es wissen werden, wie ihren Beitrag zu einer respektierten Gesellschaft mit unterschiedlichen Religionen geben, und wie sie als aktive Mitglieder der Gesellschaft die Bedeutung von demokratischer Mitbestimmung und Mitgestaltung kennen. Der Untertitel vom Herrn Maurer, wo er mich beschuldigt, dass ich salafistische Ideologie in Schulen verbreite, ist falsch, ungenau und möglicherweise böswillig. Er könnte jede Schülerin oder jeden Schüler interviewen, die in den vergangenen Jahren bei mir den Islamunterricht besucht haben, und er wird überzeugt sein, dass er mir mit dieser stigmatisierenden Anschuldigung Unrecht getan hat.